13
Nov
2011
Personalversammlung der Feuerwehrkollegen in Berlin
Sonntag, den 13. November 2011 um 20:02 Uhr
Am 02. und 03.11.2011 fand unsere Personalversammlung statt. Das Interesse der Kollegen an beiden Tagen war sehr gut.
Der Personalrat hat dem Landesbranddirektor und den Vertretern der Gewerkschaften klar und deutlich die Probleme der Kollegen auf der Wache, in den Serviceeinheiten und im Rückwärtigen Dienst dargestellt.
Es wurde festgestellt, dass die Bewerberzahlen bei der Berliner Feuerwehr stark zurückgegangen sind.
1.333  Bewerbungen zum 01.03.2011 und nur 730 Bewerbungen zum 01.03.2012, das entspricht einer jährlichen Arbeitsleistung von 35 Kollegen. Der Altersdurchschnitt ist auf den Feuerwachen bei 44 Jahre angekommen. Auf den Wachen fehlen 115 Kollegen, um die Fortbildung und den Urlaub gewährleisten zu können.
Die Gründe dafür sind der Behördenleitung und dem Senat bekannt, aber es wird nichts unternommen, um diese Situation zu ändern. Dadurch sind 70.786 Überstunden  bei den Kollegen entstanden.
Die Personalstärke muss aber jeden Tag gehalten werden und das wiederum kann nur noch mit Rufbereitschaften und bezahlter Mehrarbeit geleistet werden.
In den Serviceeinheiten und im Rückwärtigen Dienst sieht die Situation genauso aus.

Weiterhin gibt es Probleme an der Feuerwehrschule. Das Personal für Aus- und Fortbildung ist nicht ausreichend. Kollegen wurden von der Wache abgezogen, um die Kollegen auf der Schule zu unterstützen. Das nennt man Löcher stopfen.
Eine Dienstvereinbarung zum Wiedereingliederungsmanagement steht unmittelbar vor dem Abschluss. Bei der Feuerwehrleitstelle ist die Personalplanung auch nicht immer einfach. Ein Minus bei der Personalbedarfsplanung ist nicht selten. Dadurch soll die Arbeitszeit erhöht werden. Die Kollegen kämpfen um eine Leitstellenzulage.

Zum ersten Mal fand eine Podiumsdiskussion auf einer Personalversammlung statt zum Thema „bezahlte Mehrarbeit“. Der Personalrat führte die Diskussion durch.
Die Durchführung der Podiumsdiskussion war sehr konstruktiv und sachlich.
Es  bildeten sich drei Schwerpunkte aus der Diskussion heraus.

1.    Es muss eine Obergrenze festgelegt werden für die bezahlte Mehrarbeit.
2.    Bezahlte Mehrarbeit darf nicht das Personalproblem verschleiern, das wir bei der Berliner Feuerwehr haben.
3.    Wie lange halten das die Kollegen auf den Wachen noch durch und wie lange kann die bezahlte Mehrarbeit noch bezahlt werden.

Durch eine Abstimmung der anwesenden Kollegen wurde festgelegt, dass die Dienstvereinbarung zur Regelung der bezahlten Mehrarbeit überarbeitet werden muss.
Der Personalrat und die Gewerkschaften sowie der Landesbranddirektor müssen auf die Probleme der Kollegen reagieren und eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen schaffen.
Aus diesem Grund findet am 11.11.2011 wieder eine Demo von Feuerwehrkollegen statt.
Es sollen 250 Polizisten eingestellt werden, bei  der Feuerwehr kein einziger.

Bernd Prange
BV Berlin
Zuletzt aktualisiert am Montag, den 14. November 2011 um 13:52 Uhr
 

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